Unser Burghausen

Burghausen liegt im Landkreis Altötting und gehört zum Regierungsbezirk Oberbayern. Die Stadt grenzt im Osten an Österreich und die Landesgrenze liegt seit dem Frieden von Teschen 1779 in der Mitte des Flusses Salzach. Geographische Lage: 12 Grad östlicher Länge, 48 Grad nördliche Breite und die Altstadt 350 m über dem Meeresspiegel. Die Stadt liegt zwischen Passau und Salzburg, ist ein Mittelzentrum der Region Südostbayern und mit fast 19.000 Einwohnern die größte Stadt des Landkreises. Städtepartnerschaften bestehen mit Fumel (Agglomèration Fumèloise) in Frankreich, der Stadt Ptuj in Slowenien, Hohenstein-Ernstthal in Sachsen und Sulmona in Italien, Abruzzen.

Burghausen - Altstadt und Burg - ein WintermärchenDie erste urkundliche Erwähnung unserer Stadt, als "Burchusun", geht bis in das Jahr 1025 zurück. In der ersten Hälfte des 13. Jh. wurde Burghausen bereits als "Stadt" anerkannt. Burghausen stand nun vor einer stürmischen Entwicklung. Die Stadt sollte in den nächsten 600 Jahren zu kaum vorstellbaren Höhen aufsteigen, aber sie sollte auch wieder tief fallen. Sie wurde Zentrum der Wirtschaft, der Rechtswissenschaft, des Geistes, um dann wieder herabzusinken zur unbedeutenden Provinzstadt. Nach der ersten Teilung der wittelsbachischen Lande wurde Burghausen erst einmal niederbayerisch. Es fiel an Herzog Heinrich von Niederbayern, der Burghausen neben Landshut zu seiner zweiten Residenz machte. Kaiser Ludwig der Bayer verfügte 1345, es dürfe kein Salz auf dem Landweg eingeführt werden. Alles Halleiner Salz dürfe nur auf der Salzach bis Burghausen und dann erst auf dem Landweg verfrachtet werden. Burghausen wurde damit Hauptumschlagplatz für das Salz, das "weiße Gold", wie es damals genannt wurde. Die Gebühr für den Salztransport, die "Maut", machte das Geschlecht der Mautner zu den reichsten in Altbayern. Diesen Reichtum dokumentiert noch heute ein prunkvolles Schloss am Salzachufer, das Mautnerschloss.

Doch die Stadt und ihre Bürger profitierten von dem herzoglichen und kaiserlichen Privileg. Der erste Aufwärtstrend der Stadt wurde durch den ersten großen Stadtbrand 1353 vorübergehend gestoppt. Vorübergehend deshalb, weil das Feuer in einer Zeit der Hochgotik neue Kräfte freisetzte. So entstand eine wesentlich größere Pfarrkirche St. Jakob. Burghausen erlebte seine Glanzzeit, politisch wie wirtschaftlich zwischen 1393 und 1503 unter den Herzögen Heinrich, Ludwig und Georg. Jeder von ihnen trug den bezeichnenden Beinamen " der Reiche".

Mit der Verlegung des Viztumamtes im Jahre 1392 wurde die Salzmetropole auch Verwaltungsmittelpunkt. In dieser Periode erscheint die Stadt schon mit fast allen Gassen und Plätzen, Türmen, Mauern und Vorstädten in den Urkunden. Mit dem Tod von Herzogin Hedwig, einer polnischen Königstocher, im Jahre 1502 und dem Tod ihres Gemahls Herzog Georg dem Reichen im Jahre 1503, büßte unsere Salzachstadt ihren Residenzcharakter ein.

DürnitzDie Ehe von Herzog Georg und Herzogin Hedwig hatte mit der bekannten Landshuter Hochzeit 1475 einen prunkvollen Anfang genommen. Jedoch waren ihnen männliche Erben versagt geblieben, so dass sich ein Aussterben der Linie der Landshuter Herzöge abzeichnete. Nach gültigen Verträgen der Wittelsbacher hätte das Herzogtum Bayern-Landshut an Bayern- München fallen müssen.

Herzog Georg wollte es aber seiner Tochter Elisabeth und deren Gemahl, dem Pfalzgrafen Ruprecht, zuwenden. Diese Ereignisse waren der Auslöser für den Landshuter Erbfolgekrieg. Als nach Beendigung des unseligen Krieges die beiden Teilherzogtümer Ober- und Niederbayern 1505 wieder vereint wurden, war Burghausen zwar keine Residenzstadt mehr, sondern neben München, Landshut und Straubing nur mehr der Sitz eines Rentamtes oder Regierung; die Bürokratie konnte jedoch den Fürstenhof nicht ersetzen. In diese bewegte Zeit fiel auch der zweite Stadtbrand, der 1504 die ganze Altstadt in Schutt und Asche legte. Wie wenn dies ein schlechtes Omen gewesen wäre, folgten nun Jahre der Entbehrung, der Verarmung und des Niedergangs, auch wenn Burghausen bis 1802 Regierungsstadt blieb, der Höhepunkt jedoch war überschritten.

Blick auf die BurgDurch die Errichtung des herzoglichen Salzhandelsmonopols 1594 versiegte die Haupteinnahmequelle. Dies bedeutete einen entscheidenden Rückschlag, den die Stadt letztlich nicht mehr verkraften konnte. Dazu kam noch, dass Burghauser Stadtrichter, die seit 1591 Todesurteile verhängen durften, dafür sorgten, dass Burghausen in der Umgebung einen ganz besonderen Ruf erhielt. Innerhalb von 30 Jahren (1748 – 1776) wurden 1100 Todesurteile vollstreckt. Burghausen war ein "Schindernest" geworden, und ein Spruch ging damals um: "Zwischen Ach, Weh, Kümmernis und Klausen liegt das Schindernest Burghausen". Der Wohlstand der Burghauser dauerte also nur bis Ende des 16. Jahrhunderts.

Das Rad der Geschichte hatte sich gedreht und die Herzogstadt blieb zwar im 30jährigen Krieg von direkter Feindeinwirkung verschont, doch in den Mauern der Stadt drängten sich Schutzsuchende, Flüchtlinge und entlassene Soldaten. Teuerung und die Pest brachen aus. Schlimmer noch wirkte sich der Spanische Erbfolgekrieg (1704 – 1714) aus. In der Schlacht bei Höchstätt waren die Österreicher siegreich und besetzten große Teile Bayerns. In der Zeit von 1704 – 1714 musste unsere Heimat die Zeit der kaiserlichen Besatzung ertragen. 1705 kam es zum Bauernaufstand, in den auch Burghausen einbezogen wurde. Aus dieser Zeit stammt auch der Spruch "lieber bayerisch sterben als kaiserlich verderben". Feindbesetzung, Truppeneinquartierungen und andere Kriegslasten trugen maßgeblich zur Verarmung der Bevölkerung bei. Während des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740 –45) musste Burghausen wieder allerlei Drangsale erleiden. In dieser Zeit wurde sie zwar zweimal durch Franz Karl Cura, einem Hofkaminkehrermeister, von den Kaiserlichen befreit. Durch die Besetzung und die Kriegslasten wurde Burghausen wieder ein Stück ärmer.

Was dann kam, war das schwärzeste Jahrhundert der Stadtgeschichte: Durch den Frieden von Teschen musste das gesamte Innviertel an Österreich abgetreten werden. Burghausen wurde nun Grenzstadt und verlor das wirtschaftlich beste Hinterland.

Burg zu BurghausenNun ging es Schlag auf Schlag: 1802 wurde das Rentamt durch Minister Montgelas aufgehoben, 1807 der Titel "Hauptstadt" aberkannt. Unter den Napoleonischen Kriegen hatten die Bewohner durch jahrelange Einquartierungen und Truppendurchzüge ebenfalls besonders zu leiden. Zwar schrieben die Zeitungen bei dem Besuch des Kaisers Napoleon im Jahre 1809 " Wir sind der Mittelpunkt Europas, der Kaiser weilt in unseren Mauern". Die Bürger dürften dies jedoch anders empfunden haben, denn die ihn begleitende Armee mit über 100.000 Mann brauchte die Lebensmittelvorräte der Stadt in rasender Schnelle auf. Somit war ein noch vorhandener Rest von Wohlstand brutal vernichtet worden. Die Flussschifffahrt kam Mitte des 19.Jahrhunderts zum Erliegen, und im Jahre 1891 wurde die Garnison, die damals einzig noch verbliebene Einnahmequelle, aufgelöst und nach Landshut verlegt. Die Herzogstadt sank zur unbedeutenden Kleinstadt herab. Der Kreis schloss sich. Burghausen, im Mittelalter eine der reichsten Städte Bayerns, lebte nun wieder im Verborgenen still vor sich hin, bis esAnfang des 20. Jahrhunderts aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wurde und einem Phönix gleich aus der Asche sich zu neuen Höhen aufschwang.

Ein neues Kapitel der Stadtchronik wird mit der Gründung der Wacker Chemie und der Neustadt aufgeschlagen. Das Aufblühen der chemischen Industrie auf der Hochfläche über der Altstadt führt dazu, dass immer mehr Menschen ihre Wohnung in der Nähe des Werkes suchten. Die Neustadt entwickelte sich immer stürmischer, Geschäfte und Gewerbebetriebe siedelten sich an. Die Stadt steht abermals an einem Wendepunkt ihrer Geschichte; was nun folgt, ist der Beginn einer zweiten Karriere, die besonders erfolgreich war und Gottseidank immer noch erfolgreich ist.

BurgweihnachtDas Burghausen von heute hat viele Gesichter: moderne und mittelalterliche, gastliche und romantische, malerische und erholsame, kunsthandwerkliche und industrielle, sportliche und beschauliche. In Burghausen verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart, Mystik und Realität, Tradition und Fortschritt zu einer faszinierenden Einheit. Burghausen ist zur größten Stadt im Landkreis Altötting geworden. Fast 19.000 Menschen wohnen und leben in der Salzachstadt, die als Arbeits- und Wohnstadt, als Kultur- und Sportstadt, mit zum attraktivsten gehört, was diese Region zu bieten hat.

Schon anno 1828 sagte ein Staatsrat: "Ein gutmütigeres und fröhlicheres Völklein ist mir noch nie vorgekommen, als die Burghauser waren." Daraus entstand das Sprichwort: "Wer vom Himmel fällt, der soll in Burghausen fallen". Dazu kommt noch unser mildes Klima, das uns den Beinamen "bayerisches Meran" einbrachte. Das alles macht einmal mehr deutlich: Unser Burghausen war, ist und bleibt ein Sonntagskind unter den bayerischen Städten.

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