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Deutsche Edelleute und Deutsche Landsknechte 1500 - 1525

Kurzer Überblick über die Mode des frühen 16. Jahrhunderts

Die Herrenmode wurde bestimmt vom Barett, dem verhältnismäßig reichen Hemd, dem Wams und der Hose, die bis unters Knie reichte und den Strümpfen. In den kalten Tagen kam die Schaube (Mantel) dazu, die sich aus dem Tappert des vergangenen Jahrhunderts entwickelte. Die Schuhe waren aus Leder und vorne sehr breit.

Die Frauenmode wurde ebenfalls durch das Barett charakterisiert; weiter durch das vom Rock getrennte Leibchen mit niedrigem kleinem Stehkragen, genannt Koller oder Goller. Dann durch den zweifachen Rock, den oberen und dem Unterrock, der fast bis zum Boden reichte, die beide als Zierstück dienten, da die Frauen beim Gehen und Tanzen den längeren Oberrock schürzten.Im Winter trugen die Frauen einen langen Mantel. Am Gürtel der bis auf die Hüften herabfiel, war ein Anmoniére und ein kleines Messer befestigt, das von Frauen, wie auch von Männern getragen wurde.

Die bäuerliche Kleidung war sehr mannigfaltig. Die Frauen trugen ein enganliegendes Unterkleid mit langen Ärmeln, darüber eine Schürze oder einen kürzeren Oberrock. Die Männer trugen enge Hosen, kurze Mäntel mit Kapuze oder ärmellose Westen.

Deutsche Bürgerfrauen 1500 - 1550Die Modefarben der ersten Hälfte des 16. Jh. waren vorwiegend gelb oder rot. Rot war sehr geschätzt, je ausgesprochener der Ton war, um so lieber wurde er gewählt, Pfirsichblütenfarben, Nelkenfarben und Scharlach In den verschiedensten Tönen. Rot hatte den Beigeschmack des Vornehmen, nur bessere Stände konnten es tragen. In verschiedenen Ländern machte sich aber die Vorliebe für andere Farben bemerkbar. So war in Frankreich und England die Kleidung im allgemeinen heller als in Mitteleuropa; in Italien waren die Farben am kontrastreichsten. Die Kinder gingen in denselben Kleidern, nur im Kleinformat.

Barett: Sehr groß, sehr flach, sehr phantastisch: Kopf und Krempe geschlitzt, gepufft, bestickt und besetzt; Bei reichen Leuten immer mit Kleinodien geschmückt. Der Stoff war so kostbar wie der der Kleider. Die sehr großen wuchtigen Barette wurden auf einem Ohr getragen, so schief wie möglich auf einer Seite. Die Galotten sorgten für guten Sitz. Sie waren aus Seide, in Netzform, oft sehr kostbar, von Gold? und Silberstoff.

Das Wams hatte einen miederartigen Ausschnitt, dazu einen Schoß und konnte bis zum Knie reichen.

Deutsche Landsknechte und Deutsche Bauern 1500 - 1525Das Hemd wurde sichtbar getragen. Der Kragen des Hemdes war mit bunten Garnen oder in Gold bestickt. Ein Objekt, mit dein großer Luxus getrieben wurde. Von der Braut erwartete der Bräutigam die Gabe eines gestickten Hemdes als selbstverständlich.

Der Ärmel war das Wesentliche am Wams. Es wurde großer Luxus damit getrieben. Man suchte den Ärmeln nicht nur eine möglichst aparte Form zu geben, sondern verzierte sie durch Schlitze, Puffen, Besätze, Stickereien, so wie irgend Platz dafür vorhanden war. Der Stoff wurde geschlitzt, längs oder quer oder beides. Die Ärmel wurden ganz selbständig und emanzipierten sich völlig von dem Kleidungsstück, zu dem sie gehörten. Sie wurden einzeln und zum Anknöpfen gefertigt.

Das Beinkleid: Der Strumpf modellierte die Wade, die Kniehose rivalisierte in ihrer Ausgestaltung mit den Ärmeln (geschlitzt, gebauscht und abgebunden).

Deutsche Ritter und Edelfrauen 1500 - 1525Die Schaube: Die männliche Kleidung war unvollständig ohne die Schaube, dem mantelartigen Oberrock. An ein glattes Schulterstück wurde der Stoff in Falten angesetzt, um anfänglich bis zu den Knöcheln, später bis knapp über die Knie zu reichen. Die Ärmel fehlten entweder ganz, dann kam durch das Armloch der Ärmel des Unterkleides hervor, oder sie hingen lang und weit hinter dem Armloch als blose Zierstücke herab. Die Ärmel waren in ihrer ganzen Länge geöffnet und nur am Ellbogen und am Handgelenk geschlossen. Die Schaube war das Hauptkleidungsstück (Ehrenkleid) des Mannes und wurde mit größter Sorgfalt ausgestattet.

Der Schuh war vorne unmäßig breit (Ochsenmaul) und mit den geliebten Puffen und Schlitzen versehen. Er wurde aus Leder und Stoff angefertigt.

Literaturhinweis: Die Mode – Max von Boehn
Bildquelle: Münchner Bilderbogen - Zur Geschichte der Kostüme von H. Schneider

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