Franken

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FrankenEine Frankengruppe in Burghausen, hier mitten im bayrischen Kernland, wie geht das denn zusammen, werden sich jetzt sicher Einige fragen. Die früheren Zeiten waren oft gekennzeichnet von Kriegen und Streitigkeiten in deren Verlauf die Menschen an anderen Orten Zuflucht suchten ob nun freiwillig oder zwangsweise. Doch lassen sie uns unsere Geschichte erzählen.

Beginnen möchten wir mit einem kurzen Abriss der Geschichte unseres Volkes, die ja eigentlich mehr im nördlichen Raum beheimatet sind. Die Franken (sinngemäß „die Mutigen, Kühnen“) stellen einen der germanischen Großstämme dar, die sich im 3. Jahrhundert während des Rückzuges der Römer aus dem besetzten Teil Germaniens durch Bündnisse mehrerer Kleinstaaten herausbildete. Die Franken wurden erstmals Ende der 50er Jahre des 3. Jahrhunderts als Franci in römischen Quellen erwähnt. Franken erreichte unter dem Karolinger Karl dem Großen im 8. Jahrhundert seine größte Ausdehnung.

FrankenDie Franken werden auch oft mit dem Begriff „der Freie“ in Verbindung gebracht. Dieser Freiheitsdrang, der sich unter anderem in der Zeit der Reformation und der Bauernkriege zeigt, bringt uns dann schon näher an unsere eigene Geschichte.

Die Landwirtschaft bildete für die Franken die wichtigste Existenzgrundlage. Auch wenn (oder weil) der „Bauer“ die Regel war, so gab es dafür kein spezielles Wort. Jeder auf dem Lande lebende Franke war ein Bauer, so auch wir.

Vor allem drückende Steuerlasten und Fronarbeiten in Verbindung mit den neuen, freiheitlichen Ideen, die mit der Reformationsbewegung Einzug hielten, entfesselten im Jahr 1525 den Deutschen Bauernkrieg.

FrankenDie Bauern forderten die freie Wahl des Pfarrers, die Wiederherstellung traditioneller Rechte, wie Jagd und Fischfang, die Eindämmung der Frondienste und gerechtere Steuern. In immer größeren Teilen Frankens und darüber hinaus trafen diese Forderungen auf breite Zustimmung. Mitte März 1525 sammelte sich in den Dörfern um Rothenburg eine radikale Bauerngruppe von etwa 4000 Mann, die als Tauberhaufen bezeichnet wurde. Ihre Anführer, unter denen Florian Geyer war, erklärten, dass alle Menschen gleich seien und Leibeigenschaft unrecht sei.

Mehr und mehr Bauern verbündeten sich mit dieser Bewegung, so auch wir.

Im Würzburger Gebiet waren zahlreiche Burgen und Klöster niedergebrannt worden. Ende April rückten fast 20.000 Bauern vor Würzburg, wo sich der Bischof auf der Marienburg verschanzt hatte. Den Bauern gelang aber die Einnahme der Marienburg nicht. Es war ein ungleicher Kampf, auf der einen Seite gut ausgebildete und ausgerüstete Ritter, auf der anderen Seite im Kampf unerfahrene Bauern, die mit umgearbeiteten Arbeitsgeräten in den Krieg ziehen, Dreschflegel und Sauspieße gegen Rüstungen, Schwerter und Kanonen auf Dauer konnte das nicht gut gehen.

Die Sieger führten nach dem niedergeschlagenen Aufstand einen grausamen Rachefeldzug durch, bei dem es vielfach zu Verstümmelungen kam. Die Bauern hatten unter großen Menschenverlusten und Ernteausfällen zu leiden und verloren fast alle im Verlauf der Aufstände zugesagten Erleichterungen.

Wir, die wir uns diesem Aufstand angeschlossen hatten, kamen zwar mit dem Leben davon, sahen aber um den wieder erstarkten Repressalien der Landesherren zu entgehen unser einziges Heil in der Flucht. Unser Weg führte uns nach Süden, wo wir schließlich im Schutz der stattlichen Burg in Burghausen wieder neu Fuß fassten. Unsere Dreschflügel und alle anderen landwirtschaftlichen Gerätschaften konnten wir nun wieder zu dem Einsetzen für das sie ursprünglich hergestellt wurden. Unsere Fähigkeiten schmackhafte Bratwürste herzustellen und diese am offenen Feuer oder im Essigsud zuzubereiten erfreute sehr schnell die einheimische Bevölkerung, auch unser fränkisches Brot, selbstgebrautes Bier oder der Zwetschgenschnaps war bei verschiedenen Anlässen eine willkommene Abwechslung zum heimischen Speiseplan.

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