Armbrustschützen

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Das wichtigste Bedürfnis das Menschen hatten, die in einer Stadt lebten, war Sicherheit und Schutz des Gewerbes und des Handels vor Überfällen. So waren also grundsätzlich alle Bürger einer Stadt zur Verteidigung ihrer Mauern verpflichtet. Da bei der Mauerverteidigung Fernwaffen besonders wichtig waren, pflegte man in den Städten ganz besonders das Schützenwesen.

Die Schützen wurden umfassend schulmäßig gefördert, überall entstanden Gruppen, die unter dem Schutz und dem Namen von Heiligen, wie dem Heiligen Sebastian oder dem Heiligen Florian, gemeinsame Wettkämpfe abhielten. Schon im Jahr 1285 wurden von solchen Wettkämpfen erstmalig aus Augsburg und Nürnberg berichtet. Dieses Schützenwesen sollte die Wehrhaftigkeit der Städte stärken. Die Wettkämpfe waren auch immer Teil beliebter Volksfeste.

ArmbrustschützenDie Armbrust, die schon im späten Altertum bekannt war - sie ist ja nichts anderes als ein tragbares Katapult - wurde bei uns in Europa erst im 12. Jahrhundert eingesetzt. Der eigentliche Name der Waffe lautete „Armrust": von Arm und Rüstung. Sie bestand aus der Säule mit dem Abzug, dem aus Holz, Horn oder gar Stahl bestehenden Bogen, der Sehne und einer dazugehörigen Spannvorrichtung.

Als Geschosse dienten Bolzen. Im Vergleich zu Pfeilen waren diese viel gedrungener und kürzer. Wenn sie auch einfach aussahen, waren bei ihnen das Gewicht und die Schwerpunktlage von entscheidender Bedeutung. Die Ritterschaft lehnte diese Waffe als „heimtückisch" ab, denn sie konnte ja einen gerüsteten Ritter auf weite Entfernung aus dem Sattel holen. Das ging sogar soweit, dass während des Lateran-Konzils im Jahre 1139 die Verwendung der Armbrust gegen Christenmenschen verboten wurde; sie durfte nur noch gegen Heiden eingesetzt werden. Da die Armbrust jedoch einfach zu bedienen war, wurde sie zur bevorzugten Waffe der Bürger in den Städten. Man setzte sie zur Verteidigung von Stadt oder Burgmauern auch viel länger ein als in einer Feldschlacht. Gegenüber den Bögen war ihre Reichweite und Treffsicherheit zwar gesteigert, doch ihre Schussfolge war einfach zu langsam.

Um 1500 setzte sich in Deutschland im Feldgebrauch das leichtere Feuergewehr durch. Als Jagdwaffe und zur Mauerverteidigung wurde die Armbrust noch bis weit in das 17. Jahrhundert verwandt.

ArmbrustschützenHeute verteidigen die Armbrustschützen zwar nicht mehr die Mauern unserer Burg oder unserer Stadt, aber Sie tragen immer noch mit Stolz ihre Armbrüste.

Die Armbrustschützen Burghausen bestehen seit Oktober 1995. Derzeit besteht die Gruppe aus ca. 60 Mitgliedern in allen Altersgruppen. Die Gewänder sind sehr farbenfroh, so wie es in der Zeit der Landsknechte üblich war. An Hand von alten Unterlagen werden die Armbrüste und Hellebarden selbst angefertigt.

Die meisten Mitglieder dieser Gruppe sind auch noch in einem der Burghauser Schützenvereine aktiv. Mit ihren Schießständen für die Großen und die Kleinen sind sie eine beliebte Attraktion bei vielen Festen. Zum Scheibenschießen für Jedermann benützen wir Präzisionsarmbrüste mit einer Zielgenauigkeit auf 10 Meter.

Bildergalerie der Armbrustschützen

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